Mittwoch, 26. Juni 2024

27. und letzter Tag Bremen






 

Ein letztes mal Moin aus nicht so weiter Ferne,

Zuerst gleich zu den Bildern:
1) wer kenn sie nicht - Die Bremer Stadtmusikanten
2) Das Quartier Schnoor
3) Heiliger Jakobus am Bremer Geschichtshaus
4) Ratssaal im Bremer Rathaus
5) Ab auf die Hafenrundfahrt

Heute morgen, sehr früh übrigens, machte ich mich auf dem Weg zum DB Reisezentrum. Ich organisierte meine Fahrt zurück nach Hause und  die Reise „zurück in die anderer Art Welt“. 
Wenn alles klappt, sollte ich Morgen gegen 16:30 zu Hause in Ottenbach sein. Wird schon klappen Smitty 😊
Anschliessend schlenderte ich durch die sehr schöne und noch fast menschenleere Altstadt, so kannst du die Aura der alten Bauten spüren. Aber es ist schockierend, wie viele Obdachlose in Nischen, auf Bänken oder dem Trottoir schlafen. Es stimmt mich sehr nachdenklich und macht auch traurig. Ich lebe im Überfluss, kann mir alles leisten, zumindest das was ich möchte, und hier sind Menschen, die schlafen auf einem Bett aus verschmutztem Karton. Ihre Habseligkeiten in einer dreckigen Tasche, Einkaufswagen oder einfach unter dem Kopf. Gestern Abend kam ich mit einer Frau ins Gespräch, welche mich um ein paar Euro bat. Sie sah nicht gesund aus, was sie auch bestätigte. Ich gab ihr 10€ und bat sie, etwas gutes für sich zu tun, ich bin sicher das macht sie! 
Am Hafen, sprach mich heute Morgen ein Mann an, und meinte, ich hätte eine ausserordentliche Ausstrahlung und sei unglaublich relaxed😊😄 
Tja, das ist so, ich bin wirklich sehr relaxed, das bringt so eine Wanderung mit sich. Ersteres sollen die anderen beurteilen ☺️☺️

@ Familie der Cervas und Cerwos, danke für euren Eintrag und Wünsche, ja wir freuen uns alle 🤣🤣

Wie schon fast Tradition, machte Smitty heute eine Hafenrundfahrt, nur die kleine. War jetzt nicht gerade der Burner, so habe ich halt für eine kühlende Brise bezahlt 😆
Anschliessend ging es in den Schnoor, Bremens Altstadt mit sehr engen, verwinkelten Gässchen und vielen kleinen Läden. Das hingegen war super! Hier gab es im Restaurant Aioli Mittagessen, mal was neues, Muster brechen Smitty 😝.
Nach einem sehr leckeren Mittagessen hatte ich am Nachmittag eine Führung im Rathaus, sehr spannend erklärt vom Guide. Eine Stunde Bremer Weltgeschichte, sehr empfehlenswert. Es war mega heiss, auch im Rathaus, so ging ich anschliessend geradewegs in den Rathauskeller. 😁😁

Der Bremer Ratskeller ist eine traditionelle Gaststätte und ein Weinhandel im Keller des Bremer Rathauses von 1405. Seitdem werden dort deutsche Weine gelagert und verkauft. Mit seinem über 600-jährigen Bestehen gehört der Bremer Ratskeller zu den ältesten Weinkellern Deutschlands. Darüber hinaus lagert hier der älteste Fasswein Deutschlands, ein Rüdesheimer Wein von 1653. umfasst ausschließlich deutsche Weine aus den 13 deutschen Anbaugebieten. Diese Kollektion an Raritäten – darunter alleine rund 200 edelsüße Trockenbeerenauslesen – sucht in ihrer Jahrgangstiefe weltweit ihresgleichen. Der älteste noch käuflich zu erwerbende Flaschenwein hier ist ein „Rüdesheimer Apostelwein“ von 1727, der älteste Fasswein im historischen Rosekeller stammt aus dem Jahr 1653. Als Weinliebhaber einfach ein Traum 😍😍😁😁, ich bestelle ein Glas Sauvignon Blanc. Sehr erfrischend, ich freue mich auf das Weinfest in Freiburg 😝. 
Bald mache ich mich reisefertig, packen, ev noch ein bisschen Fussball schauen, so dass ich morgen früh rechtzeitig am Bahnsteig stehe.

Jetzt gilt es noch euch, meinen treuen Fans zu danken 🙏. Danke, dass ihr mir digital gefolgt seid! Danke, für eure anspornenden Worte und Gedanken! Ich habe mich über jedes „Lebenszeichen“ aus der anderen Welt gefreut! 😘😘
Ich wünsche euch allen nur das Beste! Vor allem aber Zufriedenheit und gute Gesundheit! Achtet auf euch, eure Liebsten und alles was euch am Herzen liegt. Und denkt daran, wir brauchen viel weniger als wir meinen um Glücklich zu sein!!  ❤️

Machets guet und verfolgt eure Träume, es lohnt sich! Vielleicht ein anderes Mal wieder auf auf diesem Kanal 🥰😝😁

Von Herzen grüsst euch von überall her euer
Markus alias Smitty

Dienstag, 25. Juni 2024

26. Tag Fischerhude - Bremen







Hallihallo, ein herzliches Hallo zusammen an meine treue Leserschaft, ich grüsse euch herzlich aus Bremen,

Geschafft!! 💪💪💪 yesss!!
Nach 23 Etappen, circa 650 km, ca 1500hm aufwärts und circa 1500 hm runter, bin ich gut in Bremen angekommen. Es war noch mal knackig heute, es war sehr heiss, der Grossteil der Strecke auf Asphalt und zwei lange Abschnitte ohne Schatten. Das erste Mal bei über 30° laufen, hat mich schon noch mal gefordert. Ich war froh als ich kurz nach 14:00 Uhr beim Dom in Bremen eintraf. Bei meiner letzten Etappe bin ich nun in der freien Hansestadt Bremen, dem kleinsten Bundesland Deutschlands, Bremen und Bremerhaven, angekommen. Der Via Baltica ist geschafft. 

Zu den Bildern:
1) das letzte Mal, die heutige Etappe
2) eine der beiden Abschnitte 😓😓
3) Yeaahh, bald geschafft Smitty!! 
4) Bremer Dom
5) Smitty am Ziel 😊💪

Kurz vor 17:00 Uhr konnte ich gestern ins Hotel. Ich war schon ein bisschen angesäuert, habe es dem Chef auch gesagt. Wäre gut gewesen, hätte er es in unserer Mail Kommunikation erwähnt hätte, dass das Check In erst ab 17h möglich ist. Er entschuldigte sich, Thema gegessen. Das Hotel schien ziemlich verlassen und nicht mehr auf dem neuesten Stand zu sein. Ich fragte ihn wie das Geschäft so laufe, er meinte ganz gut, im Moment sei Ferienzeit, jetzt scho?? 🤔 letzte Woche wären die Zimmer ausgebucht gewesen, er habe bald eine Hochzeit mit 17 Leuten und eine Beerdigung mit 70. So gnau hanis ou niid wele wüsse. Merke, Beerdigungen haben immer mehr Leute als Hochzeiten 😁😁.
Ich entschied mich im Gasthaus das Nachtessen zu mir zu nehmen, ich bestellte die Scholle nach Norddeutscher Art, mit Speck und Bratkartoffeln und Salat. War sehr fein, als Trösterli erhielt ich noch ein Glacé, mein erstes auf meiner Reise. 
Der Wirt empfahl mir einen Abendspaziergang durch Fischerhude an der Wümme entlang. So machte ich das, schlenderte durch Fischerhude, mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Durch den Torfabbau im letzten Jahrhundert, kam Fischerhude zu einem wohlhabenden Dorf. Heute leben einige Künstler hier, scheinbar ist es gut für die Kreativität. War ein schönes Spaziergang, aber genug gelaufen heute, zurück und ab ins Näscht Smitty.
Ich habe nicht sonderlich gut geschlafen, irgend so eine Mücke, fand ihre Ruhe auch nicht, und flog um meinen Kopf rum, dämliches Biest 😡.
Ich habe Frühstück auf 7:30 Uhr bestellt, die Etappe mit etwas mehr als 20 km sollte keine grosse Herausforderung sein, dachte ich.
Es gab Kaffee zwei Brötchen, Käse, Fleisch das normale Zeug halt. Ich schmierte mir mal ein Brot, nahm ein Erdbeerkonfitüre und öffnete es. Hä?!? Das sieht ja komisch aus, hatten die Beeri keine Farbe, richtig helle, bleiche Konfi?!? Checke mal das Datum, isch no ok, rieche dran, probiere…..isch ok, aber kei Wucht. 
Voll motiviert schlargge ich die vermanschten Ärdbeeri auf mein Brot, und esse. Habe eh keinen grossen Hunger. Aber beim zweiten Brot gibt es dann Honig 🤣🤣
Ich begleiche meine Schulden und laufe gegen 8:30 Uhr los. Es ist jetzt schon heiss, die Windräder in der Ferne haben Sonntag, da dreht sich nichts, ergo Smitty? Genau, windstill 🤨
Rund um Fischerhude sind die Bauern fleissig am heuen. Sie mähen bis sich die Mäh-Balken biegen, kreisleren dass das Heu nur so herumgewirbelt wird, in der Hoffnung das Zeug trocknet schnell. Die haben schon riesige Maschinen, wir machten noch alles von Hand😩.
Bald ging es in ein Waldstück, ah schön, ein bisschen kühler. Hie und da kleine Sumpflöcher, mal wieder sehr Morastig, aber ganz o. k. zum laufen. Was heute extrem war, die Spinnennetze, manchmal ganze Netze, generell aber viele einfache Fäden. Das Zügs chläbät überall, vor allen am Gring 😳😳 Einmal laufe ich mit dem Kopf voll in ein Netz, Ah, Indiana Jones 🤣🤣 lässt Grüssen. 
Nach etwas mehr als einer halben Stunde bin ich zurück auf der Strasse. Und bald biege ich ab ins Naturschutzgebiet Borgfelder Wümmewiesen, ein ca 690ha grosses Gebiet, vor allem für Wasservögel. Und das zieht sich, an der prallen Sonne, kein Schatten weit und breit, Kilometer lang, geradeaus. 
Es hat einige Ornithologen an den Wegrändern, welche gebannt mit ihren Opereguckern, das Moor beobachten. 
Ich konzentriere mich auf den Weg, und dass ich den zügig hinter mich bringen kann. 
Da hör ich wieder mal, einen Kuckuck 🤩🤩 Wie an meinen ersten Tagen auf Usedom, hier sind sie wieder 😍
Bald bin ich Borgfeld, weiter geht es auf dem Deich Richtung Bremen. 
Was kommt denn DA???!!! Gesperrt eine Umleitung. Grrr, Umleitungen sind selten kürzer, ich ahne böses 😊. Einfach weiter Smitty, auf die paar Kilometer kommt es nun auch nicht mehr an, ja - isch ja guet.
So laufe ich, auf einem mit Velofahren geteilten Weg. Und das het ja Gümmeler ungerwägs!!! Hey, ungloublich. Was mir auffällt, fast keiner trägt einen Helm, finde ich schon speziell. Auch Kinder sind nicht alle behelmt, hätte ich nicht gedacht. Bei einem Wehr, Schleuese und Pumpwerk mache ich eine kurze Pause, bevor es die letzten knapp 8km in die Stadt geht.
Ich esse meinen letzten Apfel, vom Bauern mit Schuhnummer 50, und die letzten Datteln. Trinke nochmals etwas vom inzwischen lauwarmen Wasser. Das reicht, weiter geht es. 
Die zweite lange Gerade ohne Schatten will bewältigt werden😁. Es flitzen Gümmeler an mir vorbei, ab und zu ein Auto oder Töff, aber keine Hündeler. Mir solls recht sein, am Bremer Bügerpark entlang erreiche ich bald die Stadtmitte. Geschafft, da ist der Dom, wow!! Ich bin mega happy und erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Ich gehe natürlich zuerst in den Dom, frage nach dem Stempel, welche mir eine nette ältere Dame dann gerne in den Pass drückt.

Es war eine sehr schöne Reise, die Landschaft, die Kultur, die Orte und Gebäude, der Via Baltica hat mir sehr gut gefallen. Es war eine neue Erfahrung, über die ganze Zeit alleine zu sein. Ich habe es sehr geschätzt und genossen, die Stille, die Ruhe, fast den ganzen Tag schweigen 🤨. Ja, es hat mir sehr gut getan, ich hatte Wetterglück und viele schöne, vor allem stille Momente, merci!!!

So halte ich kurz inne und sage Danke!! 
Ich bin dankbar, dass ich wiederum die Möglichkeit hatte, so eine Reise zu machen. Mit Demut zolle ich meinem Körper entsprechendem Respekt,  Danke! Dass du die Strapazen ausgehalten hasst, und mich gut und ohne grosse Beschwerden nach Bremen gebracht hast.
Der grösste Dank geht aber an meine liebe Ehefrau Sylvia 😍😍 Es ist ein unglaubliches Privileg auf so eine Liebe zählen zu können!! Wir sind nun fast 40 Jahre zusammen, davon 28 Jahre verheiratet 🥰🥰, danke für deine Unterstützung! Du trägst jedes meiner Vorhaben, ohne wenn und aber mit. Das ist unschätzbar wertvoll und macht unsere Liebe und Partnerschaft einzigartig, danke!! Ich liebe dich❤️❤️

Morgen werde ich Bremen erkunden, und natürlich mein Zugticket zurück in die Schweiz organisieren. 
Ich melde mich morgen wieder, ich geniesse denn Moment des Ankommens!

Machets guet, bliiebt gsund und immer zuversichtlich!!

Euer Smitty aus Bremen