Mittwoch, 26. Juni 2024

27. und letzter Tag Bremen






 

Ein letztes mal Moin aus nicht so weiter Ferne,

Zuerst gleich zu den Bildern:
1) wer kenn sie nicht - Die Bremer Stadtmusikanten
2) Das Quartier Schnoor
3) Heiliger Jakobus am Bremer Geschichtshaus
4) Ratssaal im Bremer Rathaus
5) Ab auf die Hafenrundfahrt

Heute morgen, sehr früh übrigens, machte ich mich auf dem Weg zum DB Reisezentrum. Ich organisierte meine Fahrt zurück nach Hause und  die Reise „zurück in die anderer Art Welt“. 
Wenn alles klappt, sollte ich Morgen gegen 16:30 zu Hause in Ottenbach sein. Wird schon klappen Smitty 😊
Anschliessend schlenderte ich durch die sehr schöne und noch fast menschenleere Altstadt, so kannst du die Aura der alten Bauten spüren. Aber es ist schockierend, wie viele Obdachlose in Nischen, auf Bänken oder dem Trottoir schlafen. Es stimmt mich sehr nachdenklich und macht auch traurig. Ich lebe im Überfluss, kann mir alles leisten, zumindest das was ich möchte, und hier sind Menschen, die schlafen auf einem Bett aus verschmutztem Karton. Ihre Habseligkeiten in einer dreckigen Tasche, Einkaufswagen oder einfach unter dem Kopf. Gestern Abend kam ich mit einer Frau ins Gespräch, welche mich um ein paar Euro bat. Sie sah nicht gesund aus, was sie auch bestätigte. Ich gab ihr 10€ und bat sie, etwas gutes für sich zu tun, ich bin sicher das macht sie! 
Am Hafen, sprach mich heute Morgen ein Mann an, und meinte, ich hätte eine ausserordentliche Ausstrahlung und sei unglaublich relaxed😊😄 
Tja, das ist so, ich bin wirklich sehr relaxed, das bringt so eine Wanderung mit sich. Ersteres sollen die anderen beurteilen ☺️☺️

@ Familie der Cervas und Cerwos, danke für euren Eintrag und Wünsche, ja wir freuen uns alle 🤣🤣

Wie schon fast Tradition, machte Smitty heute eine Hafenrundfahrt, nur die kleine. War jetzt nicht gerade der Burner, so habe ich halt für eine kühlende Brise bezahlt 😆
Anschliessend ging es in den Schnoor, Bremens Altstadt mit sehr engen, verwinkelten Gässchen und vielen kleinen Läden. Das hingegen war super! Hier gab es im Restaurant Aioli Mittagessen, mal was neues, Muster brechen Smitty 😝.
Nach einem sehr leckeren Mittagessen hatte ich am Nachmittag eine Führung im Rathaus, sehr spannend erklärt vom Guide. Eine Stunde Bremer Weltgeschichte, sehr empfehlenswert. Es war mega heiss, auch im Rathaus, so ging ich anschliessend geradewegs in den Rathauskeller. 😁😁

Der Bremer Ratskeller ist eine traditionelle Gaststätte und ein Weinhandel im Keller des Bremer Rathauses von 1405. Seitdem werden dort deutsche Weine gelagert und verkauft. Mit seinem über 600-jährigen Bestehen gehört der Bremer Ratskeller zu den ältesten Weinkellern Deutschlands. Darüber hinaus lagert hier der älteste Fasswein Deutschlands, ein Rüdesheimer Wein von 1653. umfasst ausschließlich deutsche Weine aus den 13 deutschen Anbaugebieten. Diese Kollektion an Raritäten – darunter alleine rund 200 edelsüße Trockenbeerenauslesen – sucht in ihrer Jahrgangstiefe weltweit ihresgleichen. Der älteste noch käuflich zu erwerbende Flaschenwein hier ist ein „Rüdesheimer Apostelwein“ von 1727, der älteste Fasswein im historischen Rosekeller stammt aus dem Jahr 1653. Als Weinliebhaber einfach ein Traum 😍😍😁😁, ich bestelle ein Glas Sauvignon Blanc. Sehr erfrischend, ich freue mich auf das Weinfest in Freiburg 😝. 
Bald mache ich mich reisefertig, packen, ev noch ein bisschen Fussball schauen, so dass ich morgen früh rechtzeitig am Bahnsteig stehe.

Jetzt gilt es noch euch, meinen treuen Fans zu danken 🙏. Danke, dass ihr mir digital gefolgt seid! Danke, für eure anspornenden Worte und Gedanken! Ich habe mich über jedes „Lebenszeichen“ aus der anderen Welt gefreut! 😘😘
Ich wünsche euch allen nur das Beste! Vor allem aber Zufriedenheit und gute Gesundheit! Achtet auf euch, eure Liebsten und alles was euch am Herzen liegt. Und denkt daran, wir brauchen viel weniger als wir meinen um Glücklich zu sein!!  ❤️

Machets guet und verfolgt eure Träume, es lohnt sich! Vielleicht ein anderes Mal wieder auf auf diesem Kanal 🥰😝😁

Von Herzen grüsst euch von überall her euer
Markus alias Smitty

Dienstag, 25. Juni 2024

26. Tag Fischerhude - Bremen







Hallihallo, ein herzliches Hallo zusammen an meine treue Leserschaft, ich grüsse euch herzlich aus Bremen,

Geschafft!! 💪💪💪 yesss!!
Nach 23 Etappen, circa 650 km, ca 1500hm aufwärts und circa 1500 hm runter, bin ich gut in Bremen angekommen. Es war noch mal knackig heute, es war sehr heiss, der Grossteil der Strecke auf Asphalt und zwei lange Abschnitte ohne Schatten. Das erste Mal bei über 30° laufen, hat mich schon noch mal gefordert. Ich war froh als ich kurz nach 14:00 Uhr beim Dom in Bremen eintraf. Bei meiner letzten Etappe bin ich nun in der freien Hansestadt Bremen, dem kleinsten Bundesland Deutschlands, Bremen und Bremerhaven, angekommen. Der Via Baltica ist geschafft. 

Zu den Bildern:
1) das letzte Mal, die heutige Etappe
2) eine der beiden Abschnitte 😓😓
3) Yeaahh, bald geschafft Smitty!! 
4) Bremer Dom
5) Smitty am Ziel 😊💪

Kurz vor 17:00 Uhr konnte ich gestern ins Hotel. Ich war schon ein bisschen angesäuert, habe es dem Chef auch gesagt. Wäre gut gewesen, hätte er es in unserer Mail Kommunikation erwähnt hätte, dass das Check In erst ab 17h möglich ist. Er entschuldigte sich, Thema gegessen. Das Hotel schien ziemlich verlassen und nicht mehr auf dem neuesten Stand zu sein. Ich fragte ihn wie das Geschäft so laufe, er meinte ganz gut, im Moment sei Ferienzeit, jetzt scho?? 🤔 letzte Woche wären die Zimmer ausgebucht gewesen, er habe bald eine Hochzeit mit 17 Leuten und eine Beerdigung mit 70. So gnau hanis ou niid wele wüsse. Merke, Beerdigungen haben immer mehr Leute als Hochzeiten 😁😁.
Ich entschied mich im Gasthaus das Nachtessen zu mir zu nehmen, ich bestellte die Scholle nach Norddeutscher Art, mit Speck und Bratkartoffeln und Salat. War sehr fein, als Trösterli erhielt ich noch ein Glacé, mein erstes auf meiner Reise. 
Der Wirt empfahl mir einen Abendspaziergang durch Fischerhude an der Wümme entlang. So machte ich das, schlenderte durch Fischerhude, mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Durch den Torfabbau im letzten Jahrhundert, kam Fischerhude zu einem wohlhabenden Dorf. Heute leben einige Künstler hier, scheinbar ist es gut für die Kreativität. War ein schönes Spaziergang, aber genug gelaufen heute, zurück und ab ins Näscht Smitty.
Ich habe nicht sonderlich gut geschlafen, irgend so eine Mücke, fand ihre Ruhe auch nicht, und flog um meinen Kopf rum, dämliches Biest 😡.
Ich habe Frühstück auf 7:30 Uhr bestellt, die Etappe mit etwas mehr als 20 km sollte keine grosse Herausforderung sein, dachte ich.
Es gab Kaffee zwei Brötchen, Käse, Fleisch das normale Zeug halt. Ich schmierte mir mal ein Brot, nahm ein Erdbeerkonfitüre und öffnete es. Hä?!? Das sieht ja komisch aus, hatten die Beeri keine Farbe, richtig helle, bleiche Konfi?!? Checke mal das Datum, isch no ok, rieche dran, probiere…..isch ok, aber kei Wucht. 
Voll motiviert schlargge ich die vermanschten Ärdbeeri auf mein Brot, und esse. Habe eh keinen grossen Hunger. Aber beim zweiten Brot gibt es dann Honig 🤣🤣
Ich begleiche meine Schulden und laufe gegen 8:30 Uhr los. Es ist jetzt schon heiss, die Windräder in der Ferne haben Sonntag, da dreht sich nichts, ergo Smitty? Genau, windstill 🤨
Rund um Fischerhude sind die Bauern fleissig am heuen. Sie mähen bis sich die Mäh-Balken biegen, kreisleren dass das Heu nur so herumgewirbelt wird, in der Hoffnung das Zeug trocknet schnell. Die haben schon riesige Maschinen, wir machten noch alles von Hand😩.
Bald ging es in ein Waldstück, ah schön, ein bisschen kühler. Hie und da kleine Sumpflöcher, mal wieder sehr Morastig, aber ganz o. k. zum laufen. Was heute extrem war, die Spinnennetze, manchmal ganze Netze, generell aber viele einfache Fäden. Das Zügs chläbät überall, vor allen am Gring 😳😳 Einmal laufe ich mit dem Kopf voll in ein Netz, Ah, Indiana Jones 🤣🤣 lässt Grüssen. 
Nach etwas mehr als einer halben Stunde bin ich zurück auf der Strasse. Und bald biege ich ab ins Naturschutzgebiet Borgfelder Wümmewiesen, ein ca 690ha grosses Gebiet, vor allem für Wasservögel. Und das zieht sich, an der prallen Sonne, kein Schatten weit und breit, Kilometer lang, geradeaus. 
Es hat einige Ornithologen an den Wegrändern, welche gebannt mit ihren Opereguckern, das Moor beobachten. 
Ich konzentriere mich auf den Weg, und dass ich den zügig hinter mich bringen kann. 
Da hör ich wieder mal, einen Kuckuck 🤩🤩 Wie an meinen ersten Tagen auf Usedom, hier sind sie wieder 😍
Bald bin ich Borgfeld, weiter geht es auf dem Deich Richtung Bremen. 
Was kommt denn DA???!!! Gesperrt eine Umleitung. Grrr, Umleitungen sind selten kürzer, ich ahne böses 😊. Einfach weiter Smitty, auf die paar Kilometer kommt es nun auch nicht mehr an, ja - isch ja guet.
So laufe ich, auf einem mit Velofahren geteilten Weg. Und das het ja Gümmeler ungerwägs!!! Hey, ungloublich. Was mir auffällt, fast keiner trägt einen Helm, finde ich schon speziell. Auch Kinder sind nicht alle behelmt, hätte ich nicht gedacht. Bei einem Wehr, Schleuese und Pumpwerk mache ich eine kurze Pause, bevor es die letzten knapp 8km in die Stadt geht.
Ich esse meinen letzten Apfel, vom Bauern mit Schuhnummer 50, und die letzten Datteln. Trinke nochmals etwas vom inzwischen lauwarmen Wasser. Das reicht, weiter geht es. 
Die zweite lange Gerade ohne Schatten will bewältigt werden😁. Es flitzen Gümmeler an mir vorbei, ab und zu ein Auto oder Töff, aber keine Hündeler. Mir solls recht sein, am Bremer Bügerpark entlang erreiche ich bald die Stadtmitte. Geschafft, da ist der Dom, wow!! Ich bin mega happy und erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Ich gehe natürlich zuerst in den Dom, frage nach dem Stempel, welche mir eine nette ältere Dame dann gerne in den Pass drückt.

Es war eine sehr schöne Reise, die Landschaft, die Kultur, die Orte und Gebäude, der Via Baltica hat mir sehr gut gefallen. Es war eine neue Erfahrung, über die ganze Zeit alleine zu sein. Ich habe es sehr geschätzt und genossen, die Stille, die Ruhe, fast den ganzen Tag schweigen 🤨. Ja, es hat mir sehr gut getan, ich hatte Wetterglück und viele schöne, vor allem stille Momente, merci!!!

So halte ich kurz inne und sage Danke!! 
Ich bin dankbar, dass ich wiederum die Möglichkeit hatte, so eine Reise zu machen. Mit Demut zolle ich meinem Körper entsprechendem Respekt,  Danke! Dass du die Strapazen ausgehalten hasst, und mich gut und ohne grosse Beschwerden nach Bremen gebracht hast.
Der grösste Dank geht aber an meine liebe Ehefrau Sylvia 😍😍 Es ist ein unglaubliches Privileg auf so eine Liebe zählen zu können!! Wir sind nun fast 40 Jahre zusammen, davon 28 Jahre verheiratet 🥰🥰, danke für deine Unterstützung! Du trägst jedes meiner Vorhaben, ohne wenn und aber mit. Das ist unschätzbar wertvoll und macht unsere Liebe und Partnerschaft einzigartig, danke!! Ich liebe dich❤️❤️

Morgen werde ich Bremen erkunden, und natürlich mein Zugticket zurück in die Schweiz organisieren. 
Ich melde mich morgen wieder, ich geniesse denn Moment des Ankommens!

Machets guet, bliiebt gsund und immer zuversichtlich!!

Euer Smitty aus Bremen



 

Montag, 24. Juni 2024

26. Tag Zeven - Fischerhude






Hallo meine lieben zu Hause vor den Glotz-Handys,

Nach knapp 7Std und 34.5km bin ich bereits um 14h gut an meinem Etappenziel in Fischerhude, angekommen. Es war sehr schön zu laufen, sonniges, fast sommerlich heisses Wetter, und schöne Wege. Der rechte Fuss war wie ausgewechselt, im Gegensatz zu gestern, spürte ich nichts, kein stechen, gar nichts 😊😊

Zu den Bildern:
1) die heute Etappe
2) Mini Pilgerstatur 😂
3) wunderbares Wetter
4) Großsteingrab (Megalithurab) von 2700 bis 2000 v. Chr.
5) junges Reh, mit kleinen Spüngen

Nach einem kurzen Abstecher an den Futtertrog bei einem Balkan-Grill-Haus, war ich gestern Abend bereits vor 20h wieder zu „Hause“. Ich machte mich bereit für mein Schlaflager, Zähne sind heute geputzt und zusammen warten wir auf den Anpfiff Schweiz - Deutschland. , Yessss 1:0, aber ich habe wegen Biopause den Topf verpass, nicht deeen Topf!! 😂🤣😂, dääähm. Lange halte ich nicht mehr durch, bin zu müde, schalte aus, und penne ein. 
Am Morgen bin ich vor dem Morgen-Gruss meines technischen Begleiters, wach. Aber das Teil hatte eine sehr gute Nachricht für mich, die Kohle vom stornierten Appartement ist bereits gutgeschrieben worden, wow, das ist echt super, danke!!! 
Ich mache alles parat, trinke während dem packen einen Kaffee, letzte Kontrolle ob alles in den Rucksack gefunden hat, yup - also los Smitty! 
Auf dem Weg hat bereits eine Bäckerei offen, Brötli, noch einen Cappuccino und äs Schoggigipfeli. Kaffeebecher in die eine Hand, Stöcke unter den Arm, und mit dem  Schoggigipfel ab in die Garage 😁
Isch meh ä lumpe als Gipfu, aber är isch schnäll wäg. 🤩
Den Abfall schleppe ich noch eine Weile mit, bin schon aus Zeven raus, und jetzt sind die Kübel sehr spärlich, da kommt einer, er leuchtet sogar in schön Orange😆 wie eine Boje. 
Weiter geht es, meistens auf der Strasse, die Autos kommen immer Bulk-Weise, wie wenn sie sich vor dem losfahren verabreden würden. Vorne eine Hase, nimm dich in acht, kleiner, sonst siehst du aus wie dein Kollege, den ich gestern sah, oder den Rest von ihm. Ein Ohr, ein bisschen Fell und ein Hüftknochen, das ist alles, was von deinem Artgenossen übrig blieb 😏😏.
Wie wenn er es verstanden hätte, schwupp und weg war er. Nun geht es ein kurzes Stück im Gras, vollschön mit Morgentau behangen, vor kurzen gemäht, also Knöchelhoch. Meine Finken sind nicht mehr Taufrisch, bald spüre ich die Feuchtigkeit 😡 
Nid jammere Smitty, das wird jetzt keine Katastrophe, bald kommt wieder Wald- und Naturweg, so können die Dinger trocknen.
Bei einer Waldlichtung hat es Tisch und Bänkli. Smitty bremst, und macht mal Rast 😊 Schuhe ausziehen, Innensohlen raus und alles an die Sonne. Es hat ganz schön viele Wespen hier, sie schwirren um mich herum und geniessen den Duft meiner Schuhe 🤣.
Etwas trinken, weiter gehts. Da hoppeln noch mehr Hasen rum, äs ganzes Schossignon vou 😆 Nach wie vor bin ich alleine unterwegs, keine andere Menschenseele weit und breit. Für die Hündeler scheint es noch zu früh am morgen, aber die kommen schon noch. 
Ich mache wieder einen Trinkhalt, es ist mittlerweile sehr heiss, auso gnueg trinke Smitty. Und ab ins nächste Waldstück, ou die Fliegen und Brämä  (wie sagt man denen auf Hochdeutsch??) sind sehr aggressiv. Mistviecher, wieder eine im Ohr 😩😩 wieso fliegen die Dinger immer in mein Ohr?? Letztes musste ich am Abend die Reste rausknubeln 🤩🤩 da ä Flügel, hie äs Beii 😂😂. 
Ahh, jetzt kommen die Hündeler, langbeinige, kurzbeinige, alles schön bunt gemischt. Hinter einem Zaun dreht ein weisses Wollknäuel komplett am Rad. Der bellt und kläfft sich die Seele aus dem Leib, ich grinse ihn an, was ihn noch mehr antörnt 😁 böser Smitty 🤣🤣
Nach ca 23km mache ich Mittagshalt, esse meine Brötchen und Salami, und einen Apfel vom Bauer mit Händen so gross wie Dessertteller 😁. Nach der Rast, weiter Smitty. Was bewegt sich da am Wegesrand? Ein kleines Rehkitz, es schaut gwundrig, bald riecht es die „Gefahr“ und macht sich mit seeeehr kleinen Sprüngen auf und davon. 
Ich habe noch ca 10km bis zu meinem Etappenziel, dort wartet ein Hotelzimmer auf mich. Es hat wieder mal ein paar kleine braune, schön behaarte saftige Rücken und Medaillons  auf der Wiese, genau Rehe. Eins, Zwei und da auch noch Eines, alle ganz seelenruhig am fressen. Die letzten Kilometer sind weniger beschwerlich als die letzten Tage, und so komme ich bald in Fischerhude an. Ich besuche mal die Kirche, hier hat es einen Stempel für meinen Pass. Mein Hotel ist wenige Meter daneben, aber was ist denn das?!?? Offen ab 17h?!?! Ich laufe um‘s Haus, alles zu, ich rufe an, es klingelt drinnen, niemand nimmt ab, ich schreibe eine Mail, alles ohne Erfolg. Das nervt nun aber schon ein bisschen 🤨 Muss ich nun 3 Stunden warten?? Ich stinke wie die Dinger mit Ringelschwänzchen, soll ich so in einem Restaurant etwas trinken?? Scheinbar ja Smitty, es scheint wirklich so zu sein. 
Wen dem so ist, ich kann es nicht ändern, so sitze ich im netten Puppen-Café, trinke etwas und schreibe am Blög. Wir sind ja im Land von Kaffee und Kuchen, Wahnsinn was hier an Kuchen über den Tresen geht, echt krass, und schön grosse Stücke.

Ich warte nun noch ein bisschen, hoffe dass ich bald ins Zimmer kann, aues chläpt, und ig stinke fürchterlich😠

Ich wünsche euch einen schönen Abend, morgen dann aus Bremen, dem Ziel meiner Wanderung und des Via Baltica.

Mechets guet und bis morn,
Euer Smitty

Sonntag, 23. Juni 2024

25. Tag Hasefeld - Zeven







Hallo meine lieben Freundinnen und Freunde, ich grüsse euch an diesem Sonntagnachmittag aus Zeven,

Äs isch ä chli äs gniet gsi hüt😏😏
Es war eine längere Etappe, die Herbergsverantwortlichen sind an der Nordsee, beim reservieren haben wir vereinbart dass ich spätestens gegen 17:00 Uhr einchecken kann. Aus diesem Grund habe ich heute Morgen ausgeschlafen, ich hatte es für einmal gar nicht eilig. Ich nahm  einen Kaffee, dann noch einen zweiten, schrieb etwas ins Pilgerbuch, wie von Maria gewünscht. Richtig aufgepasst, sie heisst Maria, nicht wie ich gestern geschrieben habe Katharina. 

Zu den Bildern 
1) die heutige Etappe
2) ein Findling als Wegweiser
3) immer geradeaus
4) herrliches Wanderwetter
5) meine Herberge für heute Nacht

Gestern Abend kurz vor 18:00 Uhr kam Maria. Sie Engagiert sich sehr für die Pilger und ihre  Bedürfnisse. Sie erzählte mir, dass die Kirche abgerissen werden soll, und sie nicht wissen wie es mit der Herberge weitergehen soll. Ich war leicht schockiert, eine Kirche abreissen? Ja, auf der einen Seite finden Sie keinen Pfarrer und die Lage sei generell sehr schwierig. Sie kämpfe für die Herberge und die Pilger, und sie hoffe bis am Schluss , und sei immer zuversichtlich. Ich wünsch ihr viel Erfolg, viel Kraft und Durchhaltewille. Nach unserer kurzen Unterhaltung ging ich ins Restaurant Lieblich und Köstlich fein essen. Das Restaurant ist in den ehemaligen Gebäuden des Klosters. Super hergerichtet, ausgezeichneter Service das Essen eine Wucht. Zurück in der Herberge schaute ich noch den Fussballmatch, bin aber bald eingeschlafen. Ohne Zähneputzen fiel ich ins Koma und schlief tief und fest. In der Nacht erwachte ich, das Handy war tot, ich noch angezogen. Hosen weg und das Handy an den Energietropf, und weiter schlafen. 
Nach dem Morgen Ritual , bin ich kurz nach 8:30 Uhr!!!! Losgelaufen, ich bin noch nie so spät los 😮.
Bald spürte ich ein leichtes stechen am rechten Fuss. Was ist jetzt das?? Fragte ich mich, es wurde immer unangenehmer. Beim nächsten Bank stoppte ich, Schuhe ausziehen alles putzen kontrollieren, sieht gut aus weiter geht’s. Ne, war nicht gut! 😳 wieder Schuhe ausziehen, besser putzen, Socken ausziehen Socken putzen, nochmals probieren. Noch nicht besser, gopf 😡😡, das selbe Ritual nochmals, noch nicht besser🤬🤬. Er sticht im vorderen Mittelfuss, wie wenn eine Nadel oder Scherbe auf die Haut sticht. Letzte Möglichkeit,  ich wechsle die Socken. Zu Beginn dachte ich es ist besser, aber es war nicht so. Mehr kann ich nicht machen, also versuche ich das Ganze zu ignorieren. Hab eh schon viel Zeit verloren, hopp Smitty! Es besserte ein wenig, und bald kam Hollenbeck, dann weiter nach Oersdorf und Haeslingen. Alle Dörfer sind sehr schöne herausgeputzt, sehr gepflegt und sie kümmern sich um den Jakobsweg. 
Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, seit Lühe gibt es keine Umwege für Smitty😝. Der Weg ist jetzt ausgezeichnet markiert. Von Lühe bis Bremen zeichnet sich der Club Stade der Soroptimistinnen für die Markierungen des Weges, verantwortlich. Der Club Soroptimist ist die weltweit grösste Service Organisation für berufstätige Frauen. Danke an dieser Stelle an die Damen, super gemacht!! Einziger Wermutstropfen, seit dem EU Entscheid für die Markierung der Jakobs Wege, brauchte es jetzt zwei Kleber. Neben der Muschel, jetzt noch einen Pfeil. Ich hab schon darüber geschrieben, eigentlich würde es mit der Muschel reichen, keine Ahnung was ich die EU überlegt hat. Wahrscheinlich würde Ihnen auch ein Effizienz Kongress helfen. Mit dem alten einfachen und verständlichen System, hat eine Markierung gereicht. Jetzt braucht man nämlich alles doppelt, was in meinen Augen ein absoluter Blödsinn ist. Aber lassen wir das.
Das Wetter heute war top, herrliches Wanderwetter, die Sonne schien ab und zu, der Wind blies ab und zu und es hat Wolken ab und zu. 😁
Nach den ersten beiden Ortschaften ging es nun fast 10 km geradeaus, ohne grosses links oder rechts, einfach geradeaus, das war ein Challenge, und machte es richtig nahrhaft heute. Ich kam an grossen Bauernhöfen vorbei, mit riesigen Hallen, in denen jeweils mehrere 100 Kühe Platz finden. So genannte Auslaufställe😏😏. Die meisten Kühe sind Holsteiner, die Milch Hochleistungs-Produktions-Maschinen. Da gefallen mir unsere Simmentaler doch einiges besser.
Ich komme an grossen Findlingen vorbei, welche bei der letzten Eiszeit, über die Gletscher von Skandinavien hierher transportiert worden. Viele sind aus Markierung für den Jakobswegs, andere sind sonst irgendwie beschriftet und dienen zum Teil aus Mahnmal. Spannend die Geschichten dazu zu lesen. Ihr ahnt es schon, so komme ich nie vorwärts, ist schon mehr ein Sunntigsreisli. 
Dann kam eine Nachricht von meinem Apartment Vermieter in Bremen. Sie möchten informieren, dass ein Nachbar bis Ende Juli am umbauen ist. Die Arbeiten finden regelmässig zwischen 9:00und 17:00 Uhr statt.
Es hätte Ear-Plugs auf dem Zimmer, und für eine nächste Buchung gibt es 15 % Rabatt. Das chas ja it‘s niid si?!?😡😡😡 Seit heute kann ich nicht mehr kostenlos stornieren, und das Mail mit der Info kommt erst jetzt. Das stinkt gewaltig und mich nervt es noch gewaltiger. Ich schreibe zurück, leicht genervte Ausdrucksweise, aber immer noch höflich, und frage ob ich kostenlos stornieren könne oder ob es zumindest in 15 % Rabatt gibt. Die Antwort kommt umgehend ich könne stornieren, Rabatt geht nicht. Das Mail und alles geht automatisch da haben wir keinen Einfluss drauf, meinte Fiona, ja genau, und morn isch Wiehnachte. Frage noch mal nach ob ich wirklich kostenlos stornieren kann, und sie die Garantie übernehmen dass das Geld zurück überwiesen wird. Sie bejahen, also storniere ich. Booking schreibt mir, voller Preis als Stornierungsgebühr, aber nach circa 10 Minuten, erhalte ich ein Mail vom Vermieter, dass das Geld in circa fünf Tagen zurück überwiesen wird. Ok, das passt, jetzt aber wirklich Gas geben es ist schon fast Mittag, ich hab noch nicht die Hälfte der Strecke von heute. 
Ich ziehe die Schritte an, und laufe noch mal ne Stunde, bis es dann Mittagessen gibt. Heute habe ich Chorizo, mmmnhhhh, schön fettig 😁😁. Beim Mittagessen erhalte ich noch die Bestätigung von Booking, dass der volle Betrag zurück erstattet wird, so hoffen wir mal, dass es ein gutes Ende nimmt. 
Die letzten 8 km sind wie immer sehr zäh, ich laufe durch schöne Wälder, abwechslungsreiche schöne Wege, aber es zieht sich, mittlerweile ist es schon nach 15:00 Uhr, und ich bin immer noch am laufen. Ich merke Smitty isch definitv ä morge mönsch! 
Vorbei am Naturbad Zeven, laufe ich Richtung Zentrum. Alles fast wie ausgestorben, schon auf dem Weg heute, kleine Jogger, fast keine Hündeler und schon gar keine Biker. Sonntag, oder sie machen sich für das Spiel heute Abend bereit, Deutschland - Schweiz, hopp Schwiiz!!! 🇨🇭🇨🇭🇨🇭
Beim Museum und der Kirche mache ich einen Halt, besuche das wunderschöne Museum. Lasse meinen Pass stempeln, und studiere die Geschichte des alten Klosters von Zeven. Sehr eindrücklich und spanende Ausstellung, Gratis und am Sonntag offen, Wau!! Danke!! 
Als ich Zentrum angekommen bin, rufe ich den Kontakt der  Pilgerherberge an. Sie seien immer noch an der Nordsee, meinte die nette Dame sehr relaxt. 😦😦 und jetzt? Sie gebe mir eine Nummer, da könne ich anrufen, die Frau würde mich dann reinlassen. Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir das schon von Anfang an so planen können, grrrrr. Ja nu, ich rufe an, niemand nimmt ab. Mein Blutdruck steigt, ich schaue schon mal, wie die Hotel Auswahl hier in Zeven ist. Uiii, nid grad viu, aber eins hat es, immerhin das, und der Blutdruck sinkt wieder 😊.  Ein paar Minuten später probiere ich es noch mal, und dann nimmt ein Herr ab. Ich schildere ihm mein Bedürfnis, er würgt mich ab, er müsse  mich weitergeben, da sei seine Frau zuständig, soso. Mir soll’s recht sein, ich vereinbare mit der Dame uns in 15 Minuten bei der Kirche zu treffen und stampfe los. Fast gleichzeitig treffen wir ein, sie öffnet, ou das müffelet ä chli. Es hätte Ihnen den Keller überschwemmt, sie mussten den ganzen Boden rausreissen, und es müffelet immer noch. Ist ja im Keller, sagte ich, sie zeigte mir alles, klar keine Dusche, habe ich gewusst, Isomatte und dann bequem machen. Alles ist schön sauber, passt für mich. 
Ich wasche mich ein bisschen, da wo es gerade geht 🤣🤣🤣 mache meine Fusspflege, Fokus  auf meinen rechten Fuss, und gehe nachher noch etwas essen. Hat nicht gerade viel Auswahl für ein 13,000 Einwohner starkes Städtli. Ich werde sicher etwas finden. Morgen  habe ich dann nochmals eine längere Etappe, über 30 km, bevor ich dann am Dienstag nach Bremen komme. Ich schaue jetzt noch nach einer Übernachtung, und eventuell schaue ich noch Schweiz - Deutschland, wenn ich nicht vorher einschlafe 🤩😝.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntagabend , morgen einen guten Wochenstart, alles Gute und drückt unserer Mannschaft die Daumen!!!
Liebe Grüsse  euer Smitty

Samstag, 22. Juni 2024

24. Tag Grünendeich / Lühe nach Hasefeld






Ein nur leicht oder halb erschöpftes hallo und Grüezi mitenand aus Hersfeld, 

Heute war der zweite “Raider-Tag“. Wer kennt sie noch die zwei Schoggi Riegel?? welche heute, am Schluss wie der Tschwitscher Dienst heissen 😊. Gestern die erste Schoggi-Stängeli-Etappe, heute die zweite. Und so ist der Schoggi Riegel in zwei Tagen aufgebraucht 😁

Zu den Bildern:

1) heutige Etappe
2) einer der zahlreichen Leuchttürme entlang der Elbe
3) Fachwerkhaus entlang der Lühe in Grünendeich
4) mal wieder ein Teich am Weg
5) Kirche Hersfeld

Gestern Abend nahm ich das Nachtessen gleich im Hotel ein. Es hatte eine schöne Terrasse, und für mich hatte es noch ein Plätzchen frei. Das Restaurant öffnete um 17:00 Uhr, innerhalb von 15 Minuten war alles voll, kurz vor sechs waren die meisten Gäste schon verpflegt 😳. Das ist nicht wie im Süden. Da gehst du frühestens 20:00 Uhr ins Restaurant, sind schon krasse Unterschiede. 
Das Essen war sehr gut, leicht und nicht zu viel . Letzte Nacht kamen scheinbar zwei Passagier Schiffe die Elbe hoch. Ich bin kein Ship-Spotter, und habe entsprechend herrlich durchgeschlafen. 
Man merkt, dass die Tage kürzer und die Nächte länger werden. Smitty hat über 1 Stunde länger geschlafen 😂😂. Um 8:00 Uhr gab es Frühstück, es war ganz o. k., ich musste mich fast zwingen etwas zu essen. Dafür ging der Bohnenschüüh runter wie hüh. 
Der Morgen war recht frisch, der Wind blies sehr stark, das ganze fühlte sich recht kühl an. Ich lief trotzdem in kurz kurz los, und hoffte dass die Sonne und mein Speed mich warm halten würden. 
Ich lief über Deiche der Lühe entlang. Überall hat es Chirschi-Böim!! Ich komme mir vor wie im Kanton Basel-Landschaft, i de Gärte oder Plantage, überall Chierscheni. Dann kommen verschiedene Verkaufsstände, und da steht unter amderem Knubbel“ und äs Chirschi daneben gezeichnet, Knubbel?!? Was hat es mit dem Namen auf sich? Ich kann mir keinen Reim machen, notiere den Namen und laufe weiter. Ich komme vorbei an  wunderschönen Fachwerkhäusern, einfach ein Traum. Ich muss mich korrigieren, was ich gestern Blog geschrieben habe. Lühe / Grünendeich ist definitiv eine sehr schöne Kleinstadt und Gegend. Weiter geht’s immer auf den  Deichen, vorbei an Reet bedeckten Häusern, frisch renovierten Fachwerkbauten. Smitty hat x-Bilder gemacht, sehr viele x sogar. Nach Sternenkirchen, Mittelkirchen, Neuenkirchen, komme ich nach etwas mehr als zwei Stunden nach Horneburg. Kurz vor den Zentrum hat es auf der linken Seite einen Obstverkaufsstand. Ich husche rüber, suche mir zwei Äpfel raus, lege sie auf die Waage, und? Ah, musst du klingeln. Also lüüte ich, bald kommt ein Herr, in grünen Latzhosen, voll grimmig um die Ecke und mega motiviert auf mich zu. Ig ha nume zweh Öpfel 😩. Er fragt was darf’s sein? Obst lag mir zuvorderst auf den Lippen, psst Smitty!! Ich zeige auf die zwei roten prallen Knollen auf der Waage. Sie zeigt 440gramm, das Kilo ist mit 2.2 Euro angeschrieben. Der Hühne von einem Mann meint, 50 cent. Kein Wunder habt ihr Geldprobleme, ging es mir durch den Kopf. Ich drückte ihm einen Euro in seine Desserteller grossen Hände. Passt so sagte ich, keine Regung beim vis à vis. Ich verstaute die runden Dinger, und da sah ich das Schild: Knubbel. Jetzt kam Smittys Charmoffensive, und ich fragte, was sie mit dem Knubbel denn feil bieten? (Läck cha ig gschwulle rede😀)Das sind grosse schwarze Knorpelkirschen, meinte der Hühne mit Schuhnummer 50. Er legte jetzt voller Leidenschaft los, ich schaute ihm wie ein Kind von unten in die Augen, wenn es die Situation zuliess. Ich sah sein leuchten in den Augen 🤩🤩 Bald verstand ich was meinte, das sind die Riesendinger, welche bei uns Chlöpfer heissen. Auf unserem Bauernhof hatten wir auch Chlöpfer, beim ablesen habe ich immer eine in den Korb gelegt, und die nächste gegessen. Einmal war mir so schlecht, nebenbei, ich esse die Kirschen immer mit den Steinen, da gab mir meine Grossmutter einen Kirsch (ich war ca. 10 Jahre alt) . Der Toilettengang war eine riesige Erleichterung, glücklicherweise blieb die Porzellanglasur heil🤣🤣.

Ich ging weiter ins Zentrum Homburg, wiederum ein sehr schönes Städtchen. Fast alles renovierte Backsteinhäuser, und für einen Samstag herrscht hier emsiges Treiben. 
Ich mache einen Umweg über die Kriche, welche offen ist. Frisch renoviert, und rundherum sauber herausgeputzt, wie das ganze Städtchen. Langsam sollte ich mal austreten können, aber weit und breit keine Möglichkeit, wie fast immer die letzten Tage 😩😩. Laut Wanderkarte sollte bald ein Wäldchen kommen, also hopp Smitty, es eilt. Da ist es, dem Geruch nach, ging es schon einigen ähnlich wie mir 😳. Naja, Duft  ignorieren, oder anders gesagt, Nase zu und abschütteln. 
Weiter ging’s und beim nächsten Bänkli gab es eine Drinkpause. Jetzt kann ich wieder auffüllen 😁😁 Eine Fahrradfahrerin kreuzt meinen Weg, Mann und Frau grüsst sich, und ich nehme noch einen Schluck. Weiter geht’s und bald steigen komische Gerüche in meinen Nase, ah, eine Schweinezucht. Es stinkt immer mehr, da war das Wäldle vorher eine Dessertoase 🤣🤣🤣.
Chasch nüt mache, einfach weiterlaufen. Kurze Zeit später, stand ich vor einem frisch renovierten grossen Hof, mit mehreren Gebäuden. Wenn ich die Autos sehe, welche in einer offenen Scheune parkiert sind, wohnen hier sicher einige Leute. Super schön hergerichtet, für Kinder sicher ein Traum. Gleich hinter dem Hof, kommt ein grosser Teich. Die Velofahrerin ist noch nicht weiter, sie schaut mich an: „huch schon da? ich sei aber ein schneller“ 😆. „Ja, bin ganz gut zu Fuss“ erwiderte ich 😁. Ich zückte noch mein Handy, schoss ein Foto, und lief gemütlich über das Kopfsteinpflaster weiter. Bald holte mich die Velofahrerin wieder ein, stoppte, und fing ein Gespräch mit mir an. Ich sei der dritte Pilger, den sie seit ihrem Start in Litauen 😮😮 sehe. Oha, immerhin drüüh! Sie mache jedes Jahr ein paar Etappen, sie sei übrigens gestern in Hamburg gestartet. Wir quatschen noch ein bisschen, ich drück mal langsam meine Waden zusammen, sie platzierte ihren Göppel in Fahrtrichtung, und weiter ging‘s. Bald komme ich nach Hersfeld, auch ein sehr schönes Städtchen. 
Ich habe mich bei der Herberge für circa 14:00 - 15:00 Uhr angemeldet. Ich habe noch ein bisschen Zeit, und verzehre auf einem schönen Bänkli mein Mittagessen. Wie schon vorgestern schlief ich wieder ein, und döste fast eine halbe Stunde in der Natur. Ab und zu kam die Sonne, der Wind hat aber immer etwas dagegen, und schob immer wieder Wolken vor die wärmende Kugel. Aber es war ganz angenehm sonst hätte ich ja nicht 30 Minuten ungestört dösen können. 
Hier in Hasefeld hat es eine grosse Klosterruine, inklusive Museum, welche ich gleich bestaunte als ich in Hasefeld eintraf. Auch wieder ein sehr schönes Städtchen, die Eisdiele ist voll, hier haben sie immer ein Eis in der Hand, egal ob es kalt oder warm ist. Ich hab übrigens noch keins gehabt, hab einfach keine Lust auf Eis, und manche Dielen machen mich nicht an, sieht schon mehr nach dealen aus 😂😂.
Kurz nach 14:00 Uhr, kam ich bei der katholischen Kirche an. Ich klingle mal, eine nette junge Frau kommt heraus, ich denke schon hä?!?, aber da steht Katharina auf dem Schild, und mit einer Katharina, habe ich telefoniert. 
Ich grüsse sie, teile ihr mein Anliegen mit, worauf sie mir sagt, dass die Herberge ein Haus weiter hinten sei. Ah, dort seh ich auch die Aufschrift Pilgerherberge 🤩🤩. Ich entschuldige mich und wünsche eine gute Zeit!  Am definitiven Ziel angekommen, checke ich mal die Lage, Kirche offen, alles andere geschlossenen Menschen leer. Ich ruf mal an, niemand antwortet. So fange ich mal an meinen Blog zu schreiben, ich probier es dann später noch mal. Beim zweiten Versuch kommt wieder die Mailbox, aber Katharina ruft mich gleich zurück. Sie erklärt mir alles, gib mir den Code für den Schlüsseltresor (schon eine coole Sache), und wir verabreden uns für 18:00 Uhr. Um 18:00 Uhr sei  ebenfalls Messe, eine Ausnahme heute, meinte Katharina.  Von mir aus, ich habe um 18:00 Uhr einen Tisch in einem Restaurant reserviert. 
In der Zwischenzeit gehe ich noch in den Supermarkt, Fülle für eines der letzten Male, meinen Essensvorrat auf. Äpfel hab ich ja schon unterwegs bei einem Bauern mit grossen Füssen und Händen gekauft.

Ich wünsche euch allen einen schönen Samstagabend, hoffe es regnet nicht mehr zu stark, und wünsche allen auf diesem Weg alles Gute und Liebe!

Smitty


@Cervo: weder wiehern noch bellen, weder Geweihe  noch leuchtende oder blinkende Umhänge. 

Freitag, 21. Juni 2024

23. Tag Hamburg - Grünendeich / Lühe

 


Ein Hallo an meine lieben Freunde, ich Grüsse euch aus Grünendeich / Lühe in Niedersachsen,

Nach einer sehr kurzen Etappe, raus aus Hamburg, zurück ins Land Schleswig-Holstein, der Elbe entlang bin ich gut in Wedel angekommen. Heute feiere ich Premiere, an das Etappenziel geht es für einmal mit dem Schiff 😜. Genau, über die Elbe rüber nach Niedersachsen. In Lühe habe ich ein Hotelzimmer gebucht, relativ teuer, aber das einzige was es hat. Einchecken ist erst ab 15:00 Uhr möglich, spannendes Business Modell, kurze Öffnungszeiten hohe Preise 😏

Zu den Bildern 
1) Meine kurze Schoggi-Etappe
2) finnischer Viermastschoner „Polstjernan" sank 1926 nach einem Motorenbrand im Nord-Ostsee-Kanal. Das Wrack ist nur bei Ebbe sichtbar. 
3) Warten am Steg von Wedel
4) Ab geht es, Smitty liebt die Schifffahrt 🤩
5) Blick von meinem Zimmer. Auf so einem Kahn war Smitty 2010 unterwegs von Genua nach Hongkong (Details auch in diesem Blog)


Gestern Nachmittag besuchte ich die Elbphilharmonie. Ich war bereits etliche Male in Hamburg, aber noch nie nach der Fertigstellung der Elbphilharmonie. Vom Michel ist es nicht weit, in wenigen Schritten bin ich bei den Landungsbrücken, über die Brücken und schon in der Speicherstadt. Es hat sich einiges verändert, vor allem die Touristenströme hier sind neu für mich. Es kommen mir viele Leute mit einem grossen Weiss blauen Schild, welches sie um den Hals tragen, entgegen. „ Effizienz Kongress“, kann ich lesen, und gleich gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Da kommt ein Rudel von Leuten, hunderte, alle sind sie schön beschildert. Bei uns in der Schweiz, nutzt man auch Ohrmarken 😂🤣😮 böse Smitty! Ich überlege, wie du so einen Kongress, mit sicher über 1000 Leuten, effizient gestaltest und organisierst. Und wie dann das Thema „Effizienz“  am Kongress thematisiert wird. So viele Gedanken Smitty, ich streife sie ab, und gehe Richtung Elbphilharmonie. Ich hole ein Ticket für die Aussichtsplattform, Plaza nennen Sie es hier, es muss ja alles einen noblen Namen haben😂. Wenigstens ist es gratis, hoch geht’s mit einer langen Rolltreppe, X Meter in die Höhe. Die Aussicht ist grandios, ich laufe rundherum, Bildli hie, Bildli da, gehe weiter zu den Landungsbrücken, und schlendere noch ein bisschen der Elbe entlang. Nachtessen gab es gleich neben meinem Logis, einem sehr alten rustikalen Restaurant. Es gab Matjesfilet, süsse Rahmsauce mit Äpfeln, Salat und Bratkartoffel. War sehr lecker, aber meine Essensgewohnheiten lassen meinen Bauch wachsen 😁😁. Da ich immer am Abend ausgiebig esse, relativ früh ins Bett gehe, und mich am Abend nahezu nicht mehr bewege, ist das „Gift“ für meine Pilgerfigur.  Ich hatte das gleiche Phänomen schon mal in Spanien. 
Es war wieder einmal eine unruhige Nacht, äs gnäscht, müehsam. Zudem bimmelte der Michel zu jeder vollen Stunde, und logisch, zwischendrin auch noc, fleissig was die Glocken hergeben. 
Bald bin ich aufgestanden, machte mich noch frischer als ich schon war, und ging runter an das Frühstücksbuffet. Kann sich sehen lassen! Ich nehme Kaffee, ein Brötchen, Butter und Konfitüre. Wo ist denn der Reisverschluss meines Gilets?!? Natürli, ir Konfitüre 😳 ig schläcke dä Ri-Ri churzerhand ab, luege umenand, het niemer gseh😁 guet isch näbä mir ou neme ei angere Gascht da☺️.
Ich sitze ab, und kredenze meine Auswahl, da kommt der Koch und beseitigt meine Konfitüre Sünde, gar nicht gesehen, dass ich gmoohred han.
Ich nehme noch einen zweiten und dritten Kaffee, und verabschiede mich bald, aber nicht ohne ein Danke an die Küche loszuwerden, und laufe los Richtung St. Pauli und Hafenstrasse. Vorbei am alten Fischmarkt, vorbei an den Hallen des neuen Fischmarkt immer schön der Elbe entlang. Meine Marschtabelle sieht so aus, dass ich circa 4 Stunden benötige, und so, um 13:00 Uhr die Fähre in Wedel entern kann.
Nach ein paar Kilometern, tippt mich ein junger Mann von hinten an und fängt ein Gespräch mit mir an. Er heisst Martin und sei schon vier Caminos gelaufen und er wollte wissen was mein Ziel ist. Ich sagte woher ich komme und dass ich nach Bremen laufe, und heute über jeden nach Lühe. Ob ich Schweizer sei,  fragt er. Klar, sicherlich nicht unschwer zu erraten. Er möchte so gerne in der Schweiz arbeiten, er liebe die Schweiz, die Berge, unser politisches System und und und. Es sei dann nicht alles Friede Freude Eierkuchen, wir haben auch Schatten in der Schweiz. So diskutierten wir relativ lange und unterhielten uns über unsere beiden Länder, mit all ihren Vor-und Nachteilen. Er interessierte sich auch für meinen Rucksack, er habe immer zuviel dabei, so 15kg 😳. Ja das ist sehr viel, ich habe gut 9kg, plus 2l Wasser und Lebensmittel, Total ca. 12kg. 
Er möchte noch meine Kontaktdaten, ich gab sie ihm und wir wünschten uns buon Camino. 
So lief ich weiter vorbei an langbeinigen Hunden, wieso sind die heute langbeiniger?? 😳😮, liegt es vielleicht an meine Brille? Ehrlich jetzt, die Hunde sind grösser als gestern, isch ja scho gspässig. 
Weiter ging es nach Blankenese, ein Ort in Hamburg mit viel Prominenz, habe ich gelesen. Also so schön ist es jetzt auch nicht, zumindest was ich vom Ort sehe, vor allem ist die Anflugschneise des Flughafens Hamburg, relativ nah. Bei einer Hausräumung bieten sie mir eine Matratze an, was ich dankend ablehnte 🤣🤣. 
Kurz vor Wedel, wedle ich mit meinen Waden, und umlaufe das Energiewerk Wedel. Es geht durch die Industrie, absolut trostlos, los Gas geben, und das Zeugs hinter dir lassen Smitty. Die letzten 2km waren dafür umso schöner, wunderbar ausgebaute Uferpromenade, mit zahlreichen Bänken, schön dekoriert und blühenden Blumen. Überall sassen Leute und genossen das warme Wetter. Um 12:00 Uhr kam ich beim Steg für meine Fähre an. Vis à vis hat es ein Restaurant, ich geh mal rein. Ein riiiesen Restaurant, ich fragte die Bedienung, ob ich etwas essen könnte und erwähnte, dass meine Fähre um 13h geht. Die Bedienung, sorry aber ich muss es sagen, aus dem asiatischen Raum, war überfordert. Nach langem Hin und Her, meinte sie, nein das reiche  nicht, ja nu. Als ich die Preise sah, war ich dankbar für das Nein. 
Ich trinke etwas, bezahlte natürlich und verabschiedete mich, von den mittlerweile sehr zahlreichen asiatischen Mitarbeitern (auch hier sind sie im Rudel 😂😂😂) isch ä Witz!! Sorry.
Die Fahrt mit der Fähre dauerte knapp 30 Minuten, mein heutiges Logie liegt 150 m neben der Anlegestelle, so bin ich kurz vor 14h vor dem Hotel. Geschlossen, steht da 🤨 öffnet erst um 15:00 Uhr. Oh Mist stimmt, versuchen kann man es ja. Also gehe ich zurück, kaufe mir etwas zum knabbern an einer der Fressbuden und setze mich hin. Fast keine Häuser, eine Anlegestelle und ein paar Fressbuden, das scheint Lühe zu sein 😊.
Ich setze mich an die Elbe geniesse die mittlerweile aufkommende lauwarme Brise, und schreibe meinem Blog. So hat alles sein gutes, bis mir das Malheur passiert, und mein ganzer Blog-Eintrag von heute, weg war😱😱😤😤 Hey Neiiii!! Ich finde ihn nicht mehr, keine Ahnung was ich gemacht habe wahrscheinlich mit einem von Smittys Wurstfingern eine Fehlmanipulation ausgelöst. Während ich mich beruhige, meinen Blutdruck kontrolliere, ist übrigens einfacher als Blasendruck kontrollieren, legt eine Fähre an. Welche gleich von einer beachtlichen Menge von Leuten gestürmt wird. Da tönt auch schon Schlager aus den Boardspeakern, Oh das klingt spannend, Sie spielen „ein Bett im Kornfeld“ Jürgen Dreefs gibt alles, da geit Poscht ab. Ufmischlle Smitty??? 🤩🤩 meine vier Tanzbeine schwingen?! Meine super Koordination und Gespür für Takt auf das Schiffsplanken legen?? nein Smitty, das lasse lieber sein, wir gehen jetzt ins Hotel, einchecken und dann duschen, gäll?!?
Das Hotel heisst übrigens Elbblick und liegt hinter dem Elbdeich. Das EG hat definitiv keine Sicht auf die Elbe. Mein Zimmer ist im 2. Stock 😁😁, und ich sehe knapp darüber, Bild 5 als Beweis😀.

Morgen habe ich nochmals eine kürzere Etappe , welche mich nach Harsefeld führen wird. Mir soll es recht sein, in der Nacht soll es regnen, und Frühstück gibt es erst ab 08h. Ich hoffe dass ich dann länger als die letzten Tage schlafen kann. 

Ich wünsche euch einen schönen Freitag Abend, einen guten Start ins Wochenende!

Ich Grüsse euch alle herzlichst aus Lühe,
Euer Smitty

@ Fredi: danke für deinen Eintrag im Gästebuch, das freut mich natürlich!! Bis bald


Donnerstag, 20. Juni 2024

22. Tag Duvenstedt - Hamburg






Ein nachmittägliches Hallo aus der Hansestadt Hamburg, 

Yess, nach 18 Wandertagen, etwas mehr als 500 km, bin ich heute kurz nach Mittag in Hamburg eingelaufen💪💪
Es war eine wunderschöne Etappe, für das, dass die ganzen 30 km auf Stadtgebiet waren, war der grösste Teil im Grünen und der Alster entlang, wunderschön.

Zu den Bildern:
1) die heutige Etappe
2) heute Morgen in Duvenstedt
3) klar, die Familie hat Vortritt 🤩
4) magische Momente an der Alster
5) Rathaus Hamburg

Gestern Abend war wieder mal ein Italiener angesagt. Ich hatte gut 1 km zu laufen, was sich aber gelohnt hat! Die Gartenterrasse war leer, alles für Smitty. Ich bestellte selbst gemachte Antipasti und als Hauptgang meine Lieblingsteigwaren, Spaghetti aglio e olio. Es war sehr gut, nicht zu viel und mit Leidenschaft zubereitet, Kompliment.
Zurück im Hotel, wollte ich zuerst noch den Match Schweiz - Schottland anschauen. Ich war aber so müde, dass ich vorher einschlief. 
Morgens kurz nach fünf, stiegen Düfte von frischen Kaffee in Smittys Riechkolben. Ou, schon bald gibt es Frühstück, hier ab 6:00 Uhr, was ich super finde. Hopp Hopp, das all morgendliche Aufwach-Ritual starten Smitty, Pflotsch aus dem Augen waschen, hübsch machen, Griffle putze, Haare zurecht drücken, crémele, isch guet, gsesch guet us. Ab in die Futterhalle, wau, sieht ja sensationell aus, frischer Fruchtsalat, verschiedene Käse, Eier, Fleisch, Müsli, Flocken, Nüsse und und und. Auch das, Kompliment! 
Ich packe meine Sachen und machte mich kurz vor 7:00 Uhr auf den Weg Richtung Hamburg. Ich hatte einen schwierigen Start, ich kam raus, lief über den Parkplatz, aber eine Horde Buchse bersperrten mir den Weg. Auso guet, zrügg zum Start. Zweiter Anlauf, nun klappt es, es ging hinunter an die Alster Richtung Poppenbüttel. Es war morgens und Teenies flitzten mir mit ihren Drahteseln um die Ohren. Links, rechts, auf die Seite, wieder links die freuen sich alle riesig auf die Schule, so wie sich die beeilen. Sie können es alle nicht erwarten, und rasen was dr Göppel hergibt.
Nach wenigen Kilometern bin ich in Poppenbüttel, Name scheint Programm. Jetzt kommt Smittys Sternstunde, einmal falscher Weg, zurück, wieder falscher Weg, zurück, nochmals falscher Weg. Smiitty wird gerade richtig gehend geppo….. eh, gebeutelt😁😁😁. Zämänäh Smitty, das Schwierige kommt erst noch, und im Reiseführer steht, ein Verlaufen ist nahezu unmöglich hier, scheinbar nicht für Smitty. 😇😂
Es geht immer der Alster entlang, manchmal auf der linken Seite, manchmal auf der rechten. Eine Familie Braungänse kreuzen meinen Weg, wir lassen Ihnen natürlich den Vortritt. Der Weg heute ist fantastisch, immer am Wasser, im Wald, laufen mit Vogelgesang und herrlichen Düften die meinen Nase und Geruchssinne fordern und anregen. 
Nach den Schülern kommen nun die Hündeler, und nicht wenige, die Vierbeiner werden immer kleiner, oder haben zumindest immer kürzere Beine😊. Die meisten Hündeler haben ihren Hund sehr gut im Griff, wenn sie mich sehen, leinen Sie oftmals ihren Waldi an. Nicht ein einziger hat heute gebellt, stinki äch?!?!
Ich komme immer näher ins Zentrum, und jetzt kommen die Jogger, si chieche, rotze, telefoniere, fast alles machen sie gleichzeitig. Mir fällt auf, dass sehr viele Leute, ob Jogger und Biker, die ganze Zeit am telefonieren sind. Haben wir uns immer so viel zu erzählen? Ich telefoniere einmal die Woche, mit meinem Schatz zu Hause, und mein Vater hat mich zweimal angerufen. O. k., ich kommuniziere noch via Blog, und WhatsApp, aber die ganze Zeit telefonieren??? Was erzählen sich die Leute den ganzen Tag? Ich nehme Wortfetzen auf, und oftmals, ist es bla bla bla, bla bla bla. Themawechsel 😁 Langsam drückt meine Blase, und hier kannst du nirgends einfach schnell austreten. Da kommen die ganze Zeit, Jogger, Biker und Hündeler. So warte ich auf den besten Moment, der nie zu kommen scheint. Ich nehme das als erweitertes Beckenboden Training😳😳 zur Kenntnis. Ah, jetzt kommt noch treppensteigen dazu. Wie wir alle wissen, ist Hamburg das Venedig des Nordens. Hier gibt es mehr Brücken als in Venedig. Da man nicht alle unterqueren kann, geht es immer wieder hoch, über die Strasse und dann wieder runter. Und dieses auf und ab, wird über Treppen bezwingen sicher gestellt. 
Bald kann ich die Elbphilharmonie, den Michel (dort ist meine Unterkunft) und andere  Kirchen sehen. Auf einem sonnigen Bänkli, verpflege ich mich. Nach dem Essen schlafe ich gleich ein, die Sonne scheint mir voll ins Gesicht. Nach knapp einer halben Stunde erwache ich, der Tötz brönnt 😂😂. Ich nehme die letzten Kilometer unter meine Wander-Chnöchä. Jetzt kommt die Innenstadt, es wird schwieriger die Zeichen zu sehen, wenn es überhaupt welche hat. Ich laufe nach meinem Orientierungssinn😂😂, meiner App und meinem Gefühl🤣🤣. Diese drei Dinge leiten mich ohne den kleinsten Fehltritt zu der Jacobikirche, wo ich meinen Pass abstempeln lasse. Meine Herberge liegt auf dem Weg, beim grossen Michel. Ich glaube, es war ganz gut, hat mir der Host von heute Abend. abgesagt. Es wären nochmals Minimum 5 km, von hier zu laufen. So bin ich ganz happy, dass ich ein Bett im Seemannsheim gefunden habe. Ich checke ein, bezahle gleich und beziehe mein Zimmer. Hier war ich doch schon mal???!! Das kommt mir alles so bekannt vor. Irgendwie bin ich sicher, das alles schon mal gesehen zu haben, aber für meine Aufenthalte in Hamburg, habe ich andere Übernachtungs-Orte im Kopf. Komisch, ich werde zu Hause nachschauen, lässt mir jetzt keine Ruhe. Lösen kann ich es aber nicht. Da müssen wir jetzt Geduld haben, das dauert jetzt noch eine Woche, gäll Smitty. Übrigens, an allen weiteren Etappenorten habe ich Übernachtungen organisiert, zweimal in einem Hotel, und zweimal eine Herberge. Und dann am Dienstag in Bremen in einem Apartment für zwei Nächte.
Ich mache jetzt noch auf die Erkundung von Hamburg, welches übrigens, eine einzige Baustelle ist. Zuerst mache ich aber noch einen kurzen Powernapp (beim Diktieren kommt immer „Pornhub“ 🤣🤣🤣 ich weiss ja nicht?!?!).
Also, ich schlafe schnell eine Runde, wünsche euch einen schönen Donnerstag, bliibet subrr und denn bis morn, von der anderen Seite der Elbe.

Liebe Grüsse euer Smitty