Ich bin im Land des Parma Schinken und Parmigiano Reggiano angekommen (Bild 1 die heutige Etappe)
Tja, ich kann nichts dafür, aber ein kulinarisches Highlight jagt das andere. Das Leben ist so schön, und obwohl ich auf einiges was zu Hause alltäglich ist, „verzichten“muss, fehlt es mir an nichts!
Gestern war ein Tag, wo sich die Füsse, Beine und Schuhe von den Strapazen erholen konnten.
Am Abend kochte Gianni Tagliatelle al Limone (Bild 2) - wau war das gut!! Echt sensationell wie das geschmeckt hat, wir haben alles weggeputzt. Und Teigwaren füllen den Energiespeicher 😄 was von Vorteil für die heutige Etappe war.
Nach einer guten Nacht, dank Ventilator war es ein bisschen angenehmer, klingelte Daniels Wecker kurz nach fünf. Ich hob meinen Körper auch bald als den Federn, und prüfte mal das Wetter. Trocken, Strassen trocken und leicht bedeckt?!? Und das alles nach dem Gewitter letzte Nacht?
Sieht ja super aus, also Smiity, nicht träumen, los geht es, packen und dann Abmarsch!!
Kurz nach sechs lief ich los, zuerst dem Po entgegen, um dann knapp 20km auf dem Damm nach Piacenza zu laufen. Heute brach ich übrigens einen Rekord, die ganze Etappe war auf Asphalt!! Viele sagen die Etappe sei sehr öde, ich fand es ganz ok, kam auch recht gut vorwärts. (Bild 3 wiederum wachgeküsst von der Morgensonne).
Auf einmal, was ist das da vorne auf dem Weg?! Ein Hund welcher eine Schafherde unten neben dem Damm bewacht, Ou Nei! Ich hatte schon verschiedentlich Erfahrungen mit Hunden, gerade in Italien. Also Smitty, keine Bange, einfach weiter laufen. Der Hund hatte mich schon lange bemerkt, dann fing er an zu bellen und kam auf mich zu. Einfach nichts anmerken lassen, und laufen, laufen, laufen. Als der Hund bei mir war, bellte er wie verrückt, kreiste um mich herum und schnupperte an meinen Transporthaken und Händen. Während der Hund sich mit meinen Düften auseinandersetzte und versuchte diese in seinem Repertoire einzuordnen, machten die Schafe unten ein bisschen was sie wollten. Hey, siehst das nicht!! Dachte ich - und doch auf einmal blieb er stehen, schaute runter auf seine Wullesäuli, und dann ging er ab wie ein Zäpfli! Läck, die Schafe spurten sofort und als sich die Staubwolke legte, waren sie alle friedlich auf einem Haufen - Doggy lag zufrieden daneben, ich hatte das Gefühl als ob er breit grinste.
Ich war froh war das vorüber, und bald kam Daniel. Aha, kein Velo oder so, er läuft tatsächlich 😁😂 und wie, der ist mega schnell, bald zieht er weiter und ich geniesse weiterhin den Weg.
Immer wieder laufe ich an Ruinen von Gebäuden vorbei. Es macht mich schon nachdenklich, wie viele Häuser, ganze Strassenzüge und Höfe zerfallen und der Natur überlassen werden, (Bild 4). Auch in den Dörfern, vieles zerfällt und rottet vor sich hin.
Bald komme ich nach Valloria, fülle an der Wasserstelle meine beiden Wassertanks auf und gehe zur Kirche. Café? Fragte eine Dame, ou ja, „volentieri" antwortete ich. Also ab in die Kirche, hinten durch die Räume und dann sass ich an einem grossen alten Holztisch. Kaffee kam bald, läck war ich froh, hatte noch keinen Heute und dieser schmeckte vorzüglich, und dann gab es natürlich noch den Stempel. Ein bisschen Small Talk, wann wurde Kirche gebaut, zerstört in den beiden Kriegen, dann hat der Po alles überschwemmt und und.
Etwas mehr als die Hälfte habe ich, sieht gut aus, dass ich ca. Mittag bei meinem Ostello eintreffen könnte. Die Reception ist offen bis 12h und dann wieder ab 18h. Ich habe eine Anleitung wie ich Zutritt bekomme, vertraue dem aber nicht so - ich muss ein Wort in die Gegensprechanlage sprechen, dann sollte die Türe aufgehen. Ich beeile mich nicht, bin aber froh als bald darauf die ersten Häuser von Piacenza zu sehen sind. Ok, erfahrungsgemäss geht es jetzt noch ca. 2Std.
Könnte knapp reichen, aber da ist noch ein langer Weg der Strasse entlang (Bild 4) dann auf die lange Brücke über den Po (Bild 5 - Po und Eisenbahnbrücke). Gegen Mittag habe ich es geschafft, zuerst ab in die Kirche und dann zum Ostello Papa Giovanni, ja ist in einer Kirche und ich habe hier ein Einzelzimmer 😃. Obwohl ich 5 Minuten nach 12h an der Türe war, konnte ich noch kurz einchecken und eine wohltuende Dusche geniessen.
Bald mache ich mich auf Piacenza zu erkunden und die nächsten Etappen genauer anzuschauen und die Planung zu starten. Denn eines ist klar, bald ist fertig mit ebener Strecke, es geht in die Hügel bis hoch auf 1000m ü.Meer. Juhuu, ich freue mich!
In dem Sinne, ich gehe davon aus, dass ihr auch an etwas kleinem, banalem freuen könnt! Es tut nämlich gut - und es braucht nicht viel!
Freut euch und machets guet, liebe Grüsse aus Piancenza Smitty